Meditation und Achtsamkeit

 „Denn das ist eben die Eigenschaft der wahren Aufmerksamkeit, dass sie im Augenblick das Nichts zu allem macht.“ 
Johann Wolfang von Goethe, in: Wilhelm Meisters Wanderjahre

 

Die Stille zwischen den Gedanken, die große Ruhe hinter all den Geräuschen, die wachen und aufmerksamen Momente im Umgang miteinander. Ein achtsamer Spaziergang durch den Wald, die Stadt oder den Garten. Spüren, lauschen, schauen, ohne zu werten, ohne zu benennen. Ein Zustimmen und Annehmen der gegenwärtigen Situation und ein Einsehen, nicht alles beeinflussen oder vorhersehen zu können. Im Hier und Jetzt sein, den Atem zu beobachten, den Körper wahrzunehmen, wer bin ich, wo bin ich …

 

Nur ein paar Gedanken zum Thema Meditation und Achtsamkeit –

Ich würde mich freuen, Sie anhand verschiedener Meditationsmethoden aus den unterschiedlichen Traditionen, auf dem Weg zu der Ruhe und der Kraft, die hinter den Gedanken gleich der Stille unter der Oberfläche eines Sees liegt, zu begleiten. Konditionierungen aufzubrechen, zu dem zurückzukehren, was unser wahres Sein ist. Innere Ruhe, Gelassenheit und Lebensfreude entdecken und das in einer entspannten friedvollen Atmosphäre, ohne übertriebenen Ernst. Denn Meditation soll meinem Verständnis nach Spaß machen, heiter und befreiend sein und es uns ermöglichen, die ruhigen und freudigen Momente, die wir in der Meditationspraxis erleben, immer mehr in den Alltag zu integrieren.

Tempel in Bali, Spiritualität im Alltag

Die positiven Effekte von Meditation und Achtsamkeit:


Inzwischen ist die Wirkung der Meditation auf Psyche und Körper auch durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt. 

  • Mehr Entspannung und innere Ruhe
  • Eine erhöhte Konzentrationsfähigkeit
  • Mehr innere Zufriedenheit
  • Ein gestärktes Selbstvertrauen
  • Ein gelassenerer Umgang mit den Herausforderungen im Alltag
  • Ein gestärktes Immunsystem
  • Weniger Angst und Aggressivität
  • Mehr emotionale Stabilität
  • Mehr Kreativität
  • Mehr Lebensfreude

 

 

Meditationstipps für Einsteiger:

  • Für den Anfang genügen ein- bis zweimal drei bis zehn Minuten pro Tag. Wenn sie möchten, können sie die Zeit dann langsam steigern. Wenn sie diese Übung ca. einen Monat lang möglichst täglich durchführen, wird sie zur Gewohnheit und es fällt ihnen viel leichter, dabei zu bleiben. Wichtiger als die Dauer ist die Regelmäßigkeit. Es kann auch hilfreich sein, möglichst zur gleichen Uhrzeit zu meditieren.

  • Finden Sie eine Körperhaltung, in der sie die Zeit der Meditation gut verbringen können, ohne dass körperliche Symptome diese beeinträchtigen. Sie können im Sitzen auf einem Meditationskissen, auf einem Sessel, im Liegen oder im Gehen meditieren.

  • Die Betrachtung des Atems oder die Wahrnehmung des Körpers sind ideale Meditationsobjekte. Man nimmt den Atem oder den Körper als Ankerpunkt und beobachtet bzw. fühlt ihn, ohne etwas verändern zu müssen. Wenn Gedanken auftauchen, kehren sie zum Atem oder Körper zurück und lassen die Gedanken wie Wolken am Himmel vorbeiziehen.

  • Ein zentraler und grundlegender Punkt ist auch ein liebevoller Umgang mit uns selbst und unseren Gedanken. Wenn wir bemerken, dass wir abgelenkt sind, sind wir bereits wieder achtsam. Auch das ist ein Teil der Meditation. Wenn wir bemerken, dass wir abgelenkt sind, können wir das als Erfolg sehen, weil wir in diesem Moment wieder präsent sind. Wir sollten es nicht als Scheitern wahrnehmen, weil wir glauben, es nicht richtig zu können. Es geht nicht darum, keine Gedanken zu haben. Gedanken kommen und gehen. Wir erkennen den auftauchenden Gedanken, denken ihn aber nicht weiter. Mit fortlaufender Übung werden die bewussten Zeiten mehr und die Pausen zwischen den Gedanken vielleicht ein bisschen größer bzw. die Gedanken leiser.

  • Wählen Sie die Meditationsmethode (Körperwahrnehmung, Atem, Mantra usw.), die Ihnen am leichtesten fällt, und bleiben Sie wenn möglich bei einer Methode. Das kann dabei helfen, Ihre Meditationspraxis zu vertiefen.

  • Gerade zu Beginn einer regelmäßigen Praxis können auch angeleitete Meditationen sehr hilfreich sein. Sie können als Stütze dienen, um präsent und wach zu bleiben.

  • In der Meditation sollten wir alles erreichen wollen möglichst sein lassen. Wir können nichts erzwingen. Wir wenden die Methode an und Ruhe und Gelassenheit sind eine Folge der Meditation. Eine klare Motivation und ein Wissen warum wir meditieren wollen sind wichtig, aber während der Übung alles erreichen wollen loslassen. Geduld!

  • Es ist ein Übungsweg: Ähnlich wie wir den Körper im Fitnesscenter trainieren, üben wir in der Meditation möglichst regelmäßig, um Konzentration, innere Ruhe, Gelassenheit und Gleichmut zu entwickeln. Wir sehen bewusst, was uns gerade beschäftigt und welche Themen anstehen. Auch wenn wir natürlich nach wie vor unsere Grenzen haben und aus unserer Mitte geraten – wir finden schneller wieder zur Ruhe und verlieren uns nicht vollkommen in unseren Emotionen.

  • Nach der Meditation sollte man nicht gleich aufspringen, sondern die Ruhe und Konzentration nachwirken lassen und mit in den Alltag nehmen.


Literaturtipps: 

  • Shunryu Suzuki, Zen-Geist – Anfänger-Geist
  • Joko Beck, Zen im Alltag
  • Roland Yuno Rech, Die Praxis der stillen Erleuchtung
  • Kankyo Tannier, Stille
  • Fritz Hungerleider, Das Zen-Seminar
  • Thich Nhat Hanh, Ich pflanze ein Lächeln
  • Niklaus Brantschen, Weg der Stille
  • Ayya Khema, Ein Leben in Liebe und Weisheit
  • Pema Chödrön, Den Sprung wagen
  • Yongey Mingyur Rinpoche, Buddha und die Wissenschaft vom Glück
  • Kenneth S. Leong, Jesus – der Zenlehrer: Das Herz seiner Lehre
  • Stephen Mitchell, Tao Te King: Eine zeitgemäße Version für westliche Leser
  • Yürgen Oster, Zuo Wang – Daoistische Meditation nach Sima Chengzhen
  • Franz Jalics, Kontemplative Exerzitien
  • Anthony de Mello, Der springende Punkt
  • Krishnamurti, Das Notizbuch 

Weitere Texte und Zitate zum Thema finden sie auch hier: Texte

Thana Lot (Meerestempel) Bali, Abendstimmung und innerer Frieden